Donnerstag, 6. Juli 2006
Gibs ihnen McGyver!
so also sieht ein Troll ausOffenbar bin ich doch nicht die einzige Person in diesem Lande, die das Neuerwachen des deutschen Nationalstolzes (vor allem im Zuge der WM) - und die damit verbundene Aggressivität, falls man nicht bereit war, dabei mitzumachen - eher kritisch (oder zumindest mit einem gewissen Mißtrauen) betrachtet.

Mir persönlich ist ein Gefühl wie Nationalstolz, wie ich bereits erwähnte, ziemlich suspekt - nein, ich schäme mich auch nicht dafür, Deutsche zu sein: ich halte es schlicht und einfach für Zufall und keinen besonderen "Verdienst". Und dann dieser erschreckende Gruppenzwang...wer nicht mitmacht, wird gedisst - nennt mich von mir aus "Ewig-Gestrig", aber das erinnert doch beängstigend an frühere Zeiten.

Bei "Telepolis" wagt jemand namens McGyver den Ausdruck einer unpopulären Meinung und verpaßt den anschließend unvermeidlich Gift und Galle spuckenden Trollen* (die klingen ja immer so gleich, das kommt mir alles so bekannt vor! ich hab fast den verdacht, das ist immer ein- und derselbe...;-)) gekonnt virtuelle Ohrwatschen. Und hat mit fast allem recht, was er schreibt.

» zum Thread bei Telepolis

Ich selbst bin bedauerlicherweise nicht so schlagfertig wie McGyver - muss wohl noch üben ;-) - deshalb bleibt meine Kommentarfunktion vorläufig aus.

* = meine Definition eines Trolls: destruktiv, beleidigend, unsachlich, auf Streit aus, meist nicht besonders intelligent (versteht z. B. grundsätzlich keine Ironie), unkreativ (z. B. niemals Besitzer eines eigenen Blogs), in der Regel anonym (weil feige), nichtsdestotrotz mit einem erhöhten Geltungsdrang ausgestattet

Nachtrag:

Ein sehr interessanter Artikel zum Thema "neuer Nationalstolz":
» Die Welt in Angst vor Deutschland? (In die Feiern der WM-Gastgeber mischen sich immer mehr aggressive Töne), NZZ Online